Die nackte Wahrheit

Ein Pingiun verfangen in einer Plastikhalterung für Getränkedosen.

Die Wahrheit ist, das Thema Plastikmüll in der Umwelt befand sich nicht immer in meinem Bewusstsein. 2014 hörte ich erstmalig davon, dass es Mikroplastik gibt und dieses sowohl nahezu überall in der Umwelt zu finden ist, als auch in unseren Körper gelangen kann. Konnte das wahr sein?

Ja! Je weiter ich in dieses Thema eindrang, um so erschütterter war ich, was Plastik in der Welt so anrichtet. Eigentlich wäre die Aussage korrekt: "Was der Mensch durch seinen rücksichtslosen Plastikkonsum in der Welt anrichtet."

Ich kam bei meinen Bemühungen, Fakten zu sammeln, um einige traurige Wahrheiten nicht herum. Tiere sterben, weil sie Plastik für Nahrung halten oder sich in Plastikteilen verfangen. In den Meeren bilden sich riesige Plastikstrudel. Plastik zerfällt mit der Zeit in mikroskopisch kleine Teile, die auf Umwegen über die Nahrung wieder auf unseren Tellern landen können. Selbst eine achtlos weg geworfene Zigarettenkippe schadet durch den Plastikanteil und diverse Gifte im Filter der Umwelt in einem erheblichen Maße.

Das hoch gelobte Recycling von Plastikabfall entpuppt sich als Mogelpackung. Hier werden Zahlen veröffentlicht, die je nach Quellen weit voneinander abweichen. Ist es Recycling, wenn Plastik verbrannt wird, was als thermische Verwertung fein umschrieben wird?

Ich hätte die Welt gern plastikfreier. Hier findest du Informationen zu den verschiedenen Themen im Bereich Plastik, die nicht immer bequem sind. Aber es gibt auch Lösungsansätze und Menschen, die andere Wege gehen.

  • Unser Konsumverhalten vermüllt Afrika

    Die Bilder sind schwer zu ertragen. Berge von kurzlebiger, weggeworfener Trendkleidung bekannter europäischer Marken vermüllen ganze Landstriche in Afrika.

    Fast Fashion - ein dreckiges Geschäft

    Vor ein paar Tagen habe ich einen Beitrag von Greenpeace gelesen, der mir ordentlich zu schaffen gemacht hat. Es geht in diesem Beitrag um die Frage, wo unser Textilmüll landet. Es geht hier nicht um ausrangierte Kleidung, die noch gut tragbar ist und an denen die Menschen in anderen Ländern noch etwas verdienen können, wie uns manchmal weisgemacht wird. Die Bilder, die zu diesem Beitrag gehörten zeigen eine schreckliche Wahrheit auf.

    Die Modetrends verändern sich von Saison zu Saison, Kleidung wird immer billiger produziert. Als günstiges Material werden hauptsächlich Kunststofffasern auf Erdölbasis (Polyester) verwendet, die teilweise auch noch mit umweltschädlichen Farben gefärbt oder anderweitig behandelt werden. Die Qualität dieser Kleidung ist teilweise so schlecht, dass sie nach kurzer Zeit nicht mehr getragen werden kann. Der Modetrend ist schon wieder vorbei und statt der weiten Hosen sind jetzt kurze Hosen gefragt, unter denen Strumpfhosen getragen werden.

    Ehrlich gesagt, kenne ich den aktuellen Trend gar nicht, da es diesen meist sowieso nicht in meiner Größe gibt. Viele Menschen haben mehr Kleidung in ihren Schränken, als sie anziehen können und vieles davon ist schon aus der Mode gekommen.

    Allein in Deutschland kommen jährlich ca. 1 Mio Tonnen Altkleider zusammen, die bei Kleidersammlungen oder in Container abgegeben werden. Dabei hatte ich früher auch noch ein gutes Gewissen, da ich ja davon ausgegangen bin, dass diese Kleidung für ein geringes Entgeld an Menschen weiter gegeben wird, die sie brauchen. Die Wahrheit ist, dass lediglich 10 - 30% dieser Kleidungsstücke in den jeweiligen Ländern weiterverkauft werden.

    Aber nicht nur Kleidung aus den Altkleidersammlungen und Containern, sondern auch Kleidung aus Überproduktion und sogar Textilabfälle werden unter dem Deckmantel von "Altkleiderexporten" in Länder Afrikas verschifft. 

    Auf dem Foto steht Viola Wohlgemuth, Expertin für Ressourcenschutz von Greenpeace, inmitten eine Halde von Altkleidern in Afrika.

    Die Folgen für Mensch und Umwelt

    „Die Fast-Fashion-Industrie hat Kleider zu nicht recyclefähigen Plastikwegwerfartikeln gemacht, wie eine Plastiktüte“ sagt Viola Wohlgemuth, Expertin für Ressourcenschutz von Greenpeace. „Wir decken mit unserer Recherche auf, wie sich die Länder und Firmen des globalen Nordens ihrer Verantwortung für diesen Sondermüll entziehen. Sie lassen die Menschen in Ostafrika mit dem exportieren Plastik-Textilmüll allein - ohne jede Infrastruktur für die Entsorgung.*

    Häufig hört man etwas von einer „Kreislaufwirtschaft“, mit denen Textilunternehmen werben. Das soll beruhigen, ist aber ziemlich weit weg von der Wahrheit. "Weniger als ein Prozent aller Kleidungsstücke werden aus recycelten Textilfasern neu hergestellt. Und das Produktionsvolumen steigt jährlich immer noch um 2,7 Prozent."*

    Die meisten entsorgten Alttextilien sind Billigprodukte die zu 70% aus nicht recycelbaren Plastikfasern bestehen, die teilweise auch noch giftige Stoffe enthalten. Einen Nutzen können die Menschen in diesen Ländern also kaum daraus ziehen.

    In dem Bericht von Green Peace wird z.B aus Kenia berichtet. Hier fließt der Fluss Nairobi durch die Hauptstadt. Früher haben die Menschen in dem Fluss gebadet und das Wasser getrunken Das ist nicht mehr möglich, weil bei jedem Regen Teile dieser belasteten Plastikstofffetzen in den Fluss gespült werden und am Ende im indischen Ozean landen. Sauberes Wasser gibt es nur noch teuer aus Plastikflaschen.*

    Lösungen nützen jedem

    Welche Alternativen hast Du? Ein Bekannter sagte schon vor etlichen Jahren: "Ich bin zu arm, um mir billige Kleidung zu kaufen." Das hat mich beeindruckt und ich habe mir diesen Spruch zu eigen gemacht. Natürlich habe ich auch noch viele Kleidungsstücke aus Kunstfasern, sprich Plastik, in meinem Kleiderschrank. Aber es sind viele dabei, die ich schon seit 10 Jahren besitze. Das stelle ich manchmal beim Betrachten von alten Fotos fest. 

    Hier liegen zwei meiner schon recht alten Kleidungsstücke, die aus einer Mischung von Baumwolle, Polyester und Elastan bestehen. auch in meinem Kleiderschrank finden sich noch Plastiksünden.

    Bei Neukäufen achte ich darauf, aus welchem Material die Kleidungsstücke bestehen. Manchmal flutscht mir auch noch ein Teil aus Kunstfasern durch, aber überwiegend bestehen meine neuen Kleidungsstücke aus Biobaumwolle und Leinen, die möglichst in Deutschland produziert werden.

    Es gibt inzwischen tolle Unternehmen oder Geschäfte, die sich bei der Herstellung bzw. Auswahl an Produkten viele Gedanken machen und wunderbare Alternativen anbieten. Zwei Beispiele findest Du unten in den Links.

    Auf Qualität zu achten schont nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern auch den Geldbeutel. Denn meist halten die Kleidungsstücke auch länger. Weniger Kleidung im Schrank macht die morgendliche Auswahl etwas leichter und ich wurde noch nie darauf angesprochen, ob ich denn nicht noch andere Sachen im Schrank habe, wenn ich Kleidung in kurzen Abständen wieder anziehe. Ich habe ja auch Lieblingsstücke, die mir immer wieder in die Hand fallen.

    Es lohnt sich, beim nächsten Kleiderkauf über die Folgen nachzudenken. Für Dich, Deinen Geldbeutel und die Umwelt. Vielleicht gelingt es auch hier, dass wir mit unserem Kaufverhalten die Unternehmen zum Umdenken bringen.

    Den ganzen Artikel, aus dem die meisten Informationen stammen und viele Bilder findest Du hier.

    Vielen Dank an die Green Peace Fotoredaktion, die mir zwei Fotos (von Kevin McElvaney/Greenpeace) zur Nutzung für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt haben.

  • Geisternetze sind kein Seemannsgarn

    Nach einem Sturm findet der Strandspaziergänger neben den üblichen Plastikabfällen auch Teile von Fischernetzen, Schnüre und kleine Bojen zur Markierung von Netzen am Strand. Teilweise befinden sind darin auch Tierkadaver, die in den sogenannten Geisternetzen qualvoll verendet sind.

  • Darf es noch ein wenig Plastik sein?

    Ich wusste, dass wir mikroskopisch kleine Teile über das Trinkwasser und die Nahrung aufnehmen, wenn diese in Plastik verpackt sind. Dann erfuhr ich, dass auch noch giftige oder hormonähnliche Stoffe dabei sind und dass die Menge eine Kreditkarte aufwiegt.

  • Wie Deutschland Plastik verschwinden lässt

    In den Medien wird uns immer noch weisgemacht, dass wir Deutschen ein vorbildliches Recyclingsystem im Bereich Plastik haben. Ist das wirklich so? Die richtigen Zahlen zu finden, wird dem Interessierten nicht einfach gemacht. Welche Lösungen gibt es, wenn wir nicht so gut sind, wie wir denken?

  • Heute habe ich einen Gastbeitrag für Euch. Das Team vom Outdoor- und Wassersport-Magazin "BeyondSurfing" hat die aktuellsten Quellen zum Thema Plastikbelastung der Meere ausgewertet, mit erschreckendem Ergebnis. Es gibt weiterhin viel zu tun.

  • Littern geht Jeden an

    Wir haben ein Problem! Es liegt auf der Erde schwimmt in Pfützen, Bächen und Flüssen bis ins Meer. Die Rede ist von Müll und Zigarettenkippen, achtlos weg geworfen oder aus übervollen Mülleimern herausquellend.

  • Kleine Ursache Große Wirkung

    Es scheint eine Kleinigkeit zu sein. Eine aufgerauchte Zigarettenkippe wird aus einem fahrenden Auto geworfen, am Strand im Sand vergraben oder in einen Regenwasserablauf geworfen. Aus den Augen, aus dem Sinn - denkt der Raucher.

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