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Grüner Untergrund mit einer Glühlampe und Fragezeichen

Plastikfrei, aber wie?

Sind plastikfreie Unternehmen Utopie?

Ist die Vorstellung von einem Unternehmen, das frei von Einmalplastik ist, eine Fiktion oder kann sie Realität werden? Plastikfreie Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes gibt es aktuell kaum. Der Ansporn ist, Alternativen für Plastik zu finden, statt Plastik zu recyceln. Dazu braucht es Mut und manchmal auch eine große Portion Entschlossenheit.

Wie Deutschland recycelt

Das Recyceln von Plastikabfällen ist in Deutschland aktuell nicht besonders effektiv. Die Zahlen, die von der Bundesregierung diesbezüglich veröffentlicht werden, entsprechen nicht den Zahlen, die z.B. im "Plastikatlas 2019" nachzulesen sind. Betrachtet man die unterschiedlichen Arten der Wiederverwertung, die in Deutschland in einer Zahl zusammen gefasst werden, stellt man ziemlich schnell fest, dass diese sich aus dem echten Recycling, der thermischen Verwertung und dem Export in asiatische Länder zusammen setzen.

Lediglich 15,6 % des in Deutschland anfallenden Plastikmülls gelangt über die Recyclinganlagen in Form von Recyclat wieder in den Stoffkreislauf, während ca. 60% energetisch verwertet, sprich verbrannt werden.* Es stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist, dass wir unseren Müll so sorgsam trennen. 

Ein Haufen Gelber Säcke für die Abholung bereit gestellt.

Für einige der Plastikverpackungen, z.B. für Wurst- oder Käseverpackungen gibt es gar keine Möglichkeit diesen Kunststoff zu recyceln. Diese Verpackungen scheinen aus dünner Plastikfolie zu bestehen. Doch der Schein trügt. Damit sich bei den Champignons kein Kondenswasser bildet oder das Steak auch nach einigen Tagen immer noch schön rosig aussieht, wurden spezielle Folien entwickelt, die aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien bestehen. Damit sollen die unterschiedlichen Anforderungen erfüllt werden. Sie sollen Sauerstoff abschirmen oder Wasser aufnehmen können.

Nach dem Gebrauch gibt es für diese Plastikverpackungen nur einen Weg - die thermische Verwertung. Die einzelnen Schichten können nämlich nicht voneinander getrennt werden. Zur Rückgewinnung eignen sich nur sortenreine Kunststoffe. Dementsprechend kann eine Lösung aktuell nur in der Vermeidung von Plastik liegen. Ich spreche damit hauptsächlich die kurzlebigen Produkte, wie Plastiktüten, Coffee-to-go-Bechern oder anderen Verpackungen, an.

Erste Überlegungen zu plastikfreien Lösungen

Sie als Unternehmer machen sich Gedanken darüber, welchen Stellenwert Plastik für Sie und Ihr Unternehmen hat. Schön, dass Sie auf dieser Seite nach Informationen suchen. Was ist, wenn Sie in Ihrem Unternehmen Produkte aus Kunststoff produzieren? Sind diese Informationen dann auch für Sie interessant? Ja, das sind sie.

Es geht nicht generell ohne Kunststoffe, zumindest aktuell nicht. Viele Kunststoffe sind langlebig und erleichtern uns in vielen Bereichen das Leben. Stellen Sie sich doch einmal vor, wie es in Ihrer näheren Umgebung aussehen würde, wenn von einem Moment zum nächsten alles, was aus Kunststoff besteht, verschwindet. Also ich könnte z.B. diesen Beitrag nicht weiter schreiben. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Schauen Sie sich in Ihrer Umgebung um

Ein erster Schritt ist, sich zunächst den eigenen Umgang mit den vermeidbaren und vor allem kurzlebigen Kunststoffen und Plastikteilen anzuschauen, die sie in Ihrem Unternehmen oder auch im privaten Umfeld nutzen. Es gibt verschiedene Bereiche, wie die Gastronomie, die Sozialräume oder den wichtigen Bereich der Verwaltung, in denen eine gute Chance besteht, vermeidbares Plastik bzw. Kunststoffe zu ermitteln und dann einzusparen. So kann es sich lohnen, im ersten Schritt bestimmte Betriebsmittel, wie z.B. Putz- oder Reinigungsmittel unter die Lupe zu nehmen. Je größer das Unternehmen, umso mehr wird von diesen Betriebsmitteln verwendet. In ihnen befindet sich häufig Mikroplastik, das als Scheuermittel dient, um Oberfläche schnell und effektiv reinigen zu können. Wenn die Reinigung erfolgt ist, gelangen diese Stoffe dann ins Grundwasser und von dort am Ende ins Meer. Aktuell besteht noch keine Möglichkeit, sie über die herkömmlichen Kläranlagen aus dem Abwasser zu entfernen.

Kann das Mittel selbst nicht ausgetauscht werden, besteht doch die Möglichkeit, größere wieder befüllbare Gebinde zu kaufen, damit so die kleinen Plastikflaschen eingespart werden. Dies stellt in der Regel auch eine nicht unerhebliche Kostenersparnis dar.

Folgende Fragestellungen sind unter diesem Aspekt relevant:

  • Will ich diesen Weg beschreiten und damit langfristig wettbewerbsfähig bleiben?

  • Will ich kleine Schritten auf diesem Weg gehen oder suche ich eine umfassende Lösung unter dem Gesichtspunkt des heutigen Wissensstand?

  • Welche Motivation habe ich, um dieses Projekt in Angriff zu nehmen?

Die Zeit, die Sie in diese Überlegungen investieren, wird Ihnen im Rahmen der weiteren Planung und Umsetzung Ihres Projektes die nötige Klarheit bringen. Ich bin bereit, Sie dabei zu unterstützen.

Erste Unternehmen haben bereits begonnen

Sie sehen vor Ihrem geistigen Auge bestimmt schon einige Beispiele von Einmalplastik, auf die Sie in ihrem Unternehmen gut verzichten können. Es ist eine Möglichkeit, mit einem Produkt, einem Hilfsmittel oder Materialien aus den Büros zu beginnen und sich dann den nächsten Bereich, das nächste Produkt vorzunehmen. Eine relativ einfache Möglichkeit wäre es, in der Kantine zukünftig auf Plastikflaschen zu verzichten. Diesen Weg gehen schon einige Unternehmen.

Ich möchte Ihnen in diesem Zusammenhang einen Getränkelieferservice vorstellen, der den Mut besessen hat, sein Unternehmen weitgehend plastikfrei umzustellen. Es geht um den Getränkelieferservice von Hans-Peter Kastner aus Stuttgart. Er hat sich im vergangenen Jahr über die Unmengen an Einmal - Plastikflaschen geärgert hat, die täglich bei ihm abgegeben wurden und beschlossen, etwas zu unternehmen. So wurde er der erste Getränkehändler und -lieferant, der ausschließlich Glasflaschen und einige wenig Mehrwegplastikflaschen vertreibt. Diesem Beispiel sind inzwischen 17 weitere Getränkehändler gefolgt (Stand 29.04.2020) 

Mehrwegflaschen mit Bügelverschluss in einer Holzkiste.

Entgegen anfänglicher Befürchtungen hat Herr Kastner seinen Betrieb sicher und erfolgreich durch den Umbruch geführt. Er hat Kunden dazu gewonnen, die bereit sind, mit ihm den Mehrweg zu gehen. Ein mutiger Schritt für einen Unternehmer, der sich bei diesem Weg immer der Verantwortung seiner Familie und seinen Angestellten gegenüber bewusst war. Mehr Informationen dazu finden Sie in einem ausführlicheren Beitrag, der im unteren Bereich verlinkt ist.**

Nägel mit Köpfen machen

Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich grundsätzlich diesem Thema zu widmen und eine umfassende Lösung für die Bereiche oder das gesamte Unternehmen zu finden.
Was gehört zu einer guten Vorbereitung?

  • Eine wichtige Voraussetzung ist zu wissen, worin Ihr Hauptschwerpunkt liegen soll.
  • Geht es Ihnen darum, Ihr gesamtes Unternehmen oder einen Teilbereich des Unternehmens, soweit möglich, plastikfrei zu gestalten?
  • Geht es Ihnen um die Erfüllung von Kundenanforderungen oder darum, d a s Alleinstellungsmerkmal in Ihrem Geschäftsumfeld zu finden?

Diese wichtigen Fragen sollten Sie vor Beginn klären, wenn Sie diesbezüglich Veränderungen in Ihrem Unternehmen oder nur einem Teilbereiches Ihres Unternehmens durchsetzen wollen. Denn je nachdem, wie die Antwort lautet, ergeben sich alle folgenden Maßnahmen und Aktionen. Die Kunden werden in der Zukunft mehr auf die Umweltverträglichkeit von gekauften Produkten achten. Ein Unternehmer ist gut beraten, rechtzeitig die Weichen für diesen Weg zu stellen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Einbeziehung von Führungskräften, Mitarbeitern und weiteren kompetenten und engagierten Personen mit Fachwissen. Als Einzelkämpfer steht selbst ein begeisterter Vorreiter auf verlorenem Posten. Es ist wichtig, eine Strategie zu entwickeln, wie Sie alle, die an der Umsetzung Ihres Projektes in irgendeiner Form beteiligt sind, zu begeistern und einzubeziehen.

Haben Sie schon eine Idee, was Sie verändern möchten? Bei Fragen zur Umsetzung nehmen Sie Kontakt mit mir auf.


 

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