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Eine Flasche Essig und die Schalen der Clementinen. Mehr braucht man nicht.

Fruchtige Putzhilfe ohne Mikroplastik

Der lange Weg zum richtigen Putzmittel

Vor einiger Zeit hatte ich endlich alle Putzmittel mit Mikroplastik und anderen unerwünschten Inhaltsstoffen aufgebraucht, die sich noch in verschiedenen Schränke versteckt hatten. Jetzt ist Platz für eine neue Generation.

Die Vorratshaltung als Bremse

Als ich damit anfing, auch meine Reinigungsmittel hinsichtlich ihrer Verpackungen und der Inhaltsstoffe zu hinterfragen, habe ich erst mal meine Bestände überprüft. Ich war erschüttert.

Unmengen an angebrochenen und vollen Plastikflaschen mit Reinigungsmitteln für Bad, Küche und den Rest der Wohnung versteckten sich überall, sogar im Keller.

Da wir mit diesen Mitteln in der Anwendung immer sehr sparsam waren, hat es lange gedauert, bis die alten aufgebraucht waren und neue Reinigungsmittel her mussten.

Aber vor einem Jahr konnte ich endlich loslegen und ich beschloss, einen Teil dieser Reinigungsmittel selbst herzustellen.

Im letzten Herbst stieß ich in den Social Medien immer wieder auf den Begriff Orangen-Essig, den man selber herstellen kann. Alle, die es probiert hatten, waren so begeistert, dass ich dachte, das ich das auch kann. Orangen-Essig soll sich sehr gut zum Entfernen von Kalk und auch Seifenresten aus dem Waschbecken eignen. 

Eine Kiste aus Pappe mit Clementinen von unserem gepachteten Baum und eine Flasche mit dem fertigen Reiniger.

Orangen, Clementinen oder Orangen

Man kann den Essig natürlich auch aus Mandarinen herstellen oder aus Clementinen? Bei der Recherche zu den Unterschieden zwischen Orangen, Mandarinen und Clementinen habe ich wieder mal etwas dazu gelernt.

Mandarinen sind sozusagen die Urmutter der heute bekannten orange farbigen Zitrusfrüchte und stammen aus China. Aus einer Kreuzung aus Mandarinen und Pampelmusen entstammen die Orangen. Die Kreuzung aus Mandarinen und Orangen wiederum ergibt die Clementinen. Und aus Clementinen habe ich meinen Essigreiniger hergestellt.

Kurze Erklärung: Wir haben einen Clementinenbaum über Crowed farming (https://www.crowdfarming.com/de/manifest) Crowed Farming gepachtet und bekommen jedes Jahr ab Ende November erntefrische ungespritzte Clementinen direkt von einem Farmer in der Nähe von Valencia (Jardín el Gordo). 

Da werden dann viele dieser leckeren Früchte verspeist und was übrig bleibt, sind die Schalen. Und genau diese kann man für den Reiniger verwerten. Denn in der Wirkung sind Mandarinen, Clementinen und Orangen alle gleich.

Rezept gesucht und los.

Ich wollte zuerst nach einem Rezept suchen, aber die Anweisungen in den einzelnen Beiträgen waren so einfach, dass ich es einfach gemacht habe. Für Dich habe ich die von mir verwendeten Zutaten aufgeschrieben. Es sind alles ungefähre Angaben. Eigentlich kann man nichts falsch machen. Also lege am Besten gleich los.

Was brauchst Du?

  • ca. 500 g Schalen von Zitrusfrüchten (Mandarinen, Orangen oder Zitronen)
  • ca. 500 ml Tafelessig
  • große Gläser mit einem Schraubverschluss (ich nehme z.B. große Gläser von Gewürzgurken)
  • etwas Spüli
  • ein Sieb
  • eine oder mehrere Glasflaschen mit einem Sprühkopf

Das ist tatsächlich alles, ach ja - ein wenig Geduld brauchst Du auch noch.

Die Schalen der Zitrusfrüchte sollten möglichst nicht gespritzt sein. Auch wenn Du den fertigen Reiniger nicht trinken willst, ist es unschön, wenn beim Reinigen des Wasch- oder Spülbeckens Gifte ins Grundwasser gelangen.

Im letzten Jahr habe ich noch den günstigen Tafelessig genutzt. Leider ist der fast immer in Plastikflaschen abgefüllt. Da ich bisher noch keine andere Alternative gefunden habe, verdünne ich jetzt Essig - Essenz aus Glasflaschen, entsprechend den Angaben auf dem Etikett, zu Tafelessig und fülle diesen in die alten Essigflaschen oder Glasflaschen für Saft.

Die Schalen schichtest Du in ein großes Glas und zwar möglichst dicht. Es macht auch nichts, wenn Du nicht gleich die genannten 500 g hast. Fange mit der Menge an, die Du hast und bedeckte die geschichteten Schalen mit dem Tafelessig und verschließe das Glas. Wenn du am nächsten Tag wieder eine Handvoll Schalen hast, packe sie obendrauf und bedecke sie wieder mit Essig. Nach einigen Tagen ist das Glas voll.

Jetzt stellst Du das Glas für ca. 2 - 4 Wochen beiseite. Zwischendurch solltest Du mal nachschauen, ob die Schalen noch mit Essig bedeckt sind. Bei Bedarf fülle das Glas mit etwas Essig auf. Wenn die Schalen nicht mit Essig bedeckt sind, dann schimmeln sie. 

Ein umfunktioniertes Gurkenglas mit den geschichteten Schalen der Clementinen, aufgefüllt mit Essig.

Was lange währt wird gut

Der Reiniger ist fertig, wenn sich der Essig dunkel färbt und die Flüssigkeit nach den Zitrusfrüchten duftet, die Du verwendet hast.

Kippe den Inhalt des Glases in ein Sieb, welches über einem größeren Gefäß, einer Schale oder einem Krug hängt. Dann lass den Essig von den Schalen abtropfen. Du kannst die Schalen auch noch ein wenig ausdrücken und das Sieb nochmal schütteln.

Ein hohes Porzellangefäß steht in der Spüle. Darauf befindet sich ein Sieb, in dem der Inhalt der Gläser mit dem Essig und den Schalen der Zitrusfrüchte entleert werden.

Jetzt kannst Du die dunkelorange Flüssigkeit in eine Flasche mit einem Sprühaufsatz umfüllen. Beim Umfüllen in diese Flasche verwende ich nochmal ein Teesieb, um kleinste Teilchen herauszufiltern. Sonst kann es passieren, dass der Sprühkopf verstopft.

Dann gibst Du noch einen Spritzer Spülmittel dazu. Ich nehme dazu Spülmittel von "Sonett" aus dem unverpackt Laden. Wenn noch etwas von dem Reiniger übrig ist, kannst Du es in ein anderes Gefäß füllen und am besten gleich beschriften. Wenn die Sprühflasche leer ist, fülle ich den Rest nach und gebe wieder einen Spritzer Spülmittel hinzu. Ich bin mit der Menge, die ich im letzten Jahr hergestellt habe, bis jetzt ausgekommen. Jetzt warte ich auf die neuen Clementinen und dann mache ich neuen Reiniger.

Da ich bis jetzt dachte, dass Clementinen und Mandarinen das gleiche sind, steht auf der Flasche mit meinem Reiniger auch immer noch "Mandarin-Essig". Das tut der Wirkung jedoch keinen Abbruch.

Jetzt kann es los gehen, mit dem Reinigen von Waschbecken, Spüle, Toilette, Dusche oder Badewanne. Der Reiniger riecht immer noch nach Essig, duftet jedoch auch nach der Zitrusfrucht, die Du genutzt hast.

Was zu beachten ist

Essigreiniger sollten nicht auf Naturstein und unbeschichtetem Aluminium angewendet werden. Wenn Du es im Bad nutzt, wo Silikonfugen sind, dann lasse den Reiniger nicht lange einwirken. Ich habe gehört, dass verchromte Armaturen mit der Zeit Schaden nehmen, wenn Du sie mit Essigreiniger säuberst. Ich nutze den Reiniger jetzt schon ein Jahr und kann das noch nicht bestätigen. Aber ich lasse den Reiniger auf den Armaturen auch nicht lange einwirken.

Dieser Reiniger eignet sich wunderbar als Weihnachtsgeschenk. Er ist selbst gemacht und wenn er in einer Glasflasche verschenkt wird, auch noch fast plastikfrei. Für den Plastiksprühkopf habe ich leider noch keine Alternative gefunden. Aber da Du die Flaschen ja mehrfach verwendest, ist das nicht ganz so schlimm.

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Der fertige Essig in einer Sprühflasche steht auf einem Holzfußboden. Die Flasche ist umrahmt von Tannenzweigen und es liegen 4 Clementinen darauf.


 

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